Freitag, 18. Dezember 2009

Die afghanische Wasserwacht gibt es nicht mehr....


... und die Idylle trügt.









Heute war der berühmte (freie) Freitag in Afghanistan, d.H. in der Regel, nicht arbeiten, bei schönem Wetter picknicken oder im Stau zum Kargha See fahren - bei dem das Schild mir der afg. Wassserwacht durch ein Neues ersetzt wurde :o(. Anbei der Beweis. Bildlich gesprochen gibt das Foto die aktuelle Stimmunglage wieder. Vieles ist neu, ungewöhnlich und nicht unbedingt besser. Man versucht es wegzulachen...

Afghanistan ist in diesen Wochen, vielleicht auch schon Monaten, anders. Nicht nur frei von Schnmutz sondern auch auch von Frauen. Das Bild Kabuls hat sich verändert. Die berühmten blauen Burkhas fehlen auf den Strassen. Allgemein sieht man viel weniger Frauen auf den Strassen als die Jahre zuvor.
Auch an diesem Freitag. Allgemein sind nur wenige Afghanen zum Lieblingssee der Einwohner Kabuls gekommen. Die Stadt wirkt um 14.00 wie ausgefegt, im Verhältnis zu früher versteht sich.. gedämpfte Stimmung, die Menschen haben Angst. Anders kann ich mir dieses Bild nicht erklären. Viele Afghanen sind nervös, auch mein Begleiter. Obwohl er sich nichts anmerken lässt bemerke ich diese kleine Anspannung. Die Stadt kommt einem taub vor. Man fühlt nichts bzw. nur sehr wenig.

Trotzdem ist eigentlich alles so wie immer. Nur leiser.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Schon gewusst?



...Haare wachsen in Afghanistan schneller als in Europa. Es gibt keine Erklärung dafür, wie für so vieles in Afghanistan. Fakt bleibt dieses Phänomen aber nach wie vor...

P.S. Ja auf so ein Thema können nur Frauen kommen, richtig ;o)

Dienstag, 15. Dezember 2009

Ahmad Valy- afghanischer Sänger spielt ein Ständchen für V.P. :o)



...nach so einem Anschlagtag kann aber auch einem schönes wiederfahren.

Nichts ahnend saß ich mit meinen afghhanischen Kollegen im Serena Haotel, als plötzlich Ahmad Valy, ein berühmter afghanischer Sänger, die Hotelhalle betrat und anfing auf dem Flügel zu spielen...(danach habe ich es nach 26 Jahren auch wieder probiert...und es hat geklappt:o) ( Richard Kleidermann durfte sich freuen)

Und so gab es ein Ständchen und ein Foto und vielleicht demnächst eine Fotostory...oder auch nicht aber solche Momente spiegeln das Bild des "ganz normalen Afghanistans(Wahnsinn)" wieder.

Batallion an Schutzengeln...


Hallo alle zusammen,

endlich habe ich wieder Internet und komme auch in meinen Blog.

Der Anschlag heute in KAbul war laut AP, Reuters& Co sehr heftig aber wir haben nichts davon mitbekommen obwohl wir in unmittelbarer Nähe waren...das ist auch AFG.

Hintergründe sind nicht wirklich bekannt, meiner Meinung nach wurde der Anschlag extra inszeniert um die Bekanntgabe des neuen Kabinetts hinauszuzögern...
Das kann man aber nur vermuten...die Wahrheit wissen wohl immer nur die Täter selber..

Aber Gott sei DAnk ist dieser Kelch an uns vorüber gegangen und wir konnten uns wieder unserer Arbeit widmen..



Anbei ebenfalls auch ein Bild aus entspannteren Tagen aus KBL.

Freitag, 11. Dezember 2009

und täglich grüßt der Stromausfall...









Es gibt Dinge , die werden sich in Afghanistan wohl nie ändern. Dazu gehören immer noch, wenn auch seltener, die alltäglichen Stromausfälle (hier bildlich dargestellt in unserem Studio. Mein Schüler Farhad ruft gerade beim "Energiedepartment" an.

Herzliche Grüße aus Kabul,

Veronika

P.S. demnächst wieder mehr Text enshallah...es ist einfach zu spannend hier :o)

Dienstag, 8. Dezember 2009

Chaloz mescha! Ende des "Westenshootings"

Ankunftstag...




fix und alle nach 25 Stunden Gesamtanreise aber glücklich ...wollmamal hoffen, dass das so bleibt...

Montag, 7. Dezember 2009

Ankunft im neuen Afghanistan









Salam meine jans (Lieben),

auf Zerstörung, Kälte, Schmutz, Stromausfälle, Rückläufigkeit der Entwicklung Afghanistans (ok ich beziehe meine Beobachtungen momentan nur auf Kabul)und extrem angespannte Sicherheitslage habe ich mich eingestellt, glücklicherweise in einem relativ ruhigen Afghanistan eingetroffen und sogar positiv überrascht worden.

Ich kann zur Beruhigung aller sagen: es ist (momentan)nicht so gravierend wie es in den Medien rüberkommt. Einige von Euch wissen ja wie Medien produziert werden und was man alles für einen "guten Beitrag" an Material und Inhalt braucht. Die letzten Berichte über AFG, die ich ebenfalls gesehen habe, haben selbst mir etwas mehr Respekt abverlangt als sonst (trotz dem Medienhintergrundwissen) aber das Leben bzw auch das kurze Verweilen und somit auch die Vorsichtsmaßnahmen als Zivilst in AFG hat sich im Großen und Ganzen nicht verändert. Das beruhigt obwohl in AFG immer latente Gefahr auf einen lauert, ich will hier nichts runterspielen.
Gewisse Details kann ich hier natürlich nicht preisgeben, denn obwohl es ein privater Blog ist wird er bestimmt auch von anderen Quellen gelesen...man weiss ja nie...

Positiv überrascht wurde ich / wir schon bei der Ankunft am KBL Airport. Neues Gebäude, modern ausgestattet, Flatscreens, es geht gesittet zu, alles ist (für afghanischen Verhältnisse) extrem sauber, es gibt neue Koffebänder, Busse, Shops, Touristenbüro... und zur Sicherheit muss sich jeder Ausländer beim Innenministerium anmelden. Ob das wirklich hilft lasse ich einfach mal im Raum stehen, aber zumindest hat sich sehr viel getan.
(2007 war der Flughafen zwar auch schon etwas erweitert und der Flugverkehr modernisiert worden aber nicht so wie er heute ist..)
Gut, jetzt weiss ich immerhin wofür mir jedesmal 10 $ Flughafengebühr bei der Ausreise abgeknöpft wurden. Frage mich welcher Flatscreen wohl mir gehören könnte..:o)

Wir wurden mit gepanzeertem Fahrzeug einer Hilfsorganisation abgeholt, sehr afghanisch. Sechs Leute inklusive Fahrer und 19 Gepäckstücken in einem kleinem Jeep (nein kein Land Rover..da hätten wir ja Platz gehabt...)
Bei einer deutschen Kontrolle hätten mindesten eine Person und 80 kg Gepäck zu Fuß weiter müssen. Gott sei Dank sind wir in Afghanistan, da sieht man das etwas lockerer.

Ich kann es immer noch nicht fassen, selbst die Fahrt ging gesittet zu. Ja das landesübliche hupen und drängeln ist geblieben aber nicht zu vergleichen mit 2007 / 2008.

Der nächste Schock: Die Stadt ist sauber!!! Man könnte glatt den Eindruck bekommen, dass man vom Boden essen könnte wenn der Staub nicht wäre.

Dafür gleicht Kabul mittlerweile einer Festung. Die verschlimmerte und gefährliche Lage der letzten Monate hat deutliche Spuren hinterlassen. Doppelt, teilweise dreifach so hohe Mauern ragen aus der Hauptstadt. Strassen, die früher befahrbar waren, sind gesperrt und nur für bestimmten Verkehr frei. Die Kontrollen sind deutlich verschärft. Trotzdem sind die Menschen auf den Straßen relativ entspannt. Der Kabuler Alltag nimmt seinen gewöhnlichen Lauf und wir sind mittendrin...

Muss nun aber Schluß machen, schließlich ist die Zeitverschibung von 3 1/2 Stunden nicht zu verachten und morgen ist auch wieder ein Tag. Ich hoffe ein ruhiger, spannender und teilweise auch sehr schöner, so wie es die letzten beiden Tage waren..

Anbei ein Foto von unserem "Westenshooting". Galgenhumor. Nur für alle Fälle und das Schild "Presse" kommt runter...wer sich das immer einfallen lässt möchte ich wissen..

Shob-e chosh, dobrou noc, gute Nacht und bis bald,

Vero